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NSAR, Typ-2-Diabetes und kardiale Nebenwirkungen

Assoziation zwischen NSAR und kardialer Dekompensation bei Diabetes mellitus Typ 2

Bei der Verschreibung von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wird den gastrointestinalen und renalen Nebenwirkungen große Beachtung geschenkt. Die Abschätzung, ob Protonenpumpenblocker mitzuverschreiben sind und eine Überprüfung der Nierenfunktion gehören dabei zur Routine.

Dass NSAR bei Diabetes mellitus Typ 2 auch mit kardialer Dekompensation assoziiert sind, zeigte eine Arbeit aus Dänemark. Im nationalen dänischen Register wurden in den Jahren 1998–2021 331 ​189 Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes erfasst, bei denen zuvor keine Herzinsuffizienz bekannt war. 44,2% waren Frauen, das mediane Alter betrug 62 Jahre. 33,5% hatten gleichzeitig eine Hypertonie, bei 8,3% war eine koronare Herzkrankheit bekannt. Im ersten Jahr nach der Erfassung erhielten 16% der Studienteilnehmenden ein NSAR verschrieben, am häufigsten Ibuprofen oder Diclofenac. Nach einer Beobachtungszeit von fast sechs Jahren wurden 23 308 Patientinnen und Patienten wegen neu aufgetretener Herzinsuffizienz hospitalisiert. Es bestand dabei eine signifikante Assoziation mit vorangegangener NSAR-Einnahme (Odds Ratio 1,43; 95%CI 1,1–2,0). Diese Assoziation war vor allem bei einem Alter >80 Jahre, hohem HbA1c oder Ersteinnahme von NSAR (= zuvor nie NSAR eingenommen) augenfällig.

Die Studie beweist nicht, dass NSAR bei Diabetes mellitus Typ 2 für das Auftreten einer manifesten Herzinsuffizienz verantwortlich sind, zumal ja lediglich eine Assoziation gezeigt wurde. Allerdings kann der mögliche kardiotoxische Effekt von NSAR mit der durch sie bewirkten Flüssigkeitsretention, endothelialen Dysfunktion und Blutdruckzunahme gut erklärt werden. Auch wenn die klare Kausalität noch fehlt, sind sich alle Expertinnen und Experten einig: Vorsicht bei Typ-2-Diabetes und Verschreiben von NSAR! (aus Swiss medical forum)