
Das linke Vorhofohr ist bei Vorhofflimmern in rund 90% der Fälle Ursprung kardialer Thromben und damit Grundlage für die Indikation zur oralen Antikoagulation. Seit etwa 20 Jahren werden perkatheter implantierte Okkluder als Alternative für Patient:innen mit hohem Blutungsrisiko angeboten, bei denen eine Dauer‑OAK nur schwer möglich scheint. Die aktuellen Studien liefern aber wenig Rückenwind: In der unabhängigen CLOSURE‑AF‑Studie war der Herzohrverschluss einer modernen NOAK‑Therapie bei älteren Hochrisikopatient:innen klar unterlegen; der kombinierte Endpunkt aus Schlaganfall, systemischer Embolie, schweren Blutungen und kardiovaskulärem oder unklarem Tod trat häufiger auf, hinzu kamen prozedurale Komplikationen (Blutungen, Perikardergüsse, device‑assoziierte Thromben, Leckagen).
Die große, vom Hersteller gesponserte CHAMPION‑AF‑Studie bei Patienten mit nur mäßigem Schlaganfallrisiko fand zwar formal eine Nichtunterlegenheit gegenüber NOAK, arbeitet aber mit einer sehr großzügigen Nichtunterlegenheitsgrenze, zeigt numerisch mehr Schlaganfälle im Okkluder‑Arm und wird in Editorials und Kommentaren entsprechend kritisch eingeordnet. Insgesamt gelingt es damit bislang nicht, für die Zielgruppe mit hohem Schlaganfall‑ und Blutungsrisiko einen klaren Vorteil der Vorhofohr‑Okklusion gegenüber einer leitliniengerechten OAK zu belegen. Für die hausärztliche Praxis heißt das: pLAAO bleibt eine seltene Ausnahmeoption nach ausführlicher kardiologischer Beratung; Standard ist weiterhin die orale Antikoagulation, ergänzt durch eine sorgfältige Nutzen‑Risiko‑Abwägung und Dokumentation.


