
In einer kürzlich im JAHA (Journal of the American Heart Association) unter dem Titel Viral Infections and Risk of Cardiovascular Disease: Systematic Review and Meta-Analysis publizierten Übersichtsarbeit wurden die Auswirkungen von verschiedenen Viruserkrankungen auf das kardiovaskuläre Risiko untersucht. Hier die Ergebnisse für
1. Influenza
- Laborbestätigte Influenza erhöht das Risiko für:
- Akuten Myokardinfarkt, besonders stark in den ersten Tagen:
– IRR 7,20 in den ersten 7 Tagen,
– IRR 4,01 innerhalb des ersten Monats. - Schlaganfall: IRR 5,01 im ersten Monat.
- Akuten Myokardinfarkt, besonders stark in den ersten Tagen:
- Beste Evidenz stammt aus Self-Controlled Case Series, d. h. hohe interne Validität.
- Studien zeigen zudem, dass die Influenzaimpfung kardiovaskuläre Ereignisse um ca. 34 % reduziert (laut einer ebenfalls im Artikel erwähnten Meta-Analyse klinischer Studien: https://doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2022.8873).
- SARS-CoV-2
- SARS-CoV-2-Infektion ist assoziiert mit signifikant erhöhtem Risiko für:
- Myokardinfarkt: RR 1,74
- Schlaganfall: RR 1,69
- Gesamte kardiovaskuläre Ereignisse: RR 1,82
- Risikoerhöhung besteht sowohl akut (erste 2–12 Wochen), als auch über Monate in Kohortenstudien.
Quintessenz
Akute respiratorische Virusinfektionen – insbesondere Influenza und SARS-CoV-2 – sind relevante Trigger für Myokardinfarkt und Schlaganfall. Impfungen reduzieren damit nicht nur Infektionen, sondern potenziell auch kardiovaskuläre Komplikationen und gehören zu den wirksamsten verfügbaren kardiovaskulären Präventionsmaßnahmen im ambulanten Setting.
Für die Kommunikation mit unseren > 60-jährigen und chronisch kranken Patientinnen und Patienten können wir als Kurzbotschaft ableiten:
Die Grippe- und Corona-Impfung schützt Sie nicht nur vor Infektionen – sie schützt auch Ihr Herz und vor einem Schlaganfall
Der Artikel ist im Volltext frei zugänglich unter https://www.ahajournals.org/doi/10.1161/JAHA.125.042670


