
Während die S3- Leitlinie der DEGAM kein Screening und eine zurückhaltende, risikoorientierte Abklärung empfiehlt, zeigt eine aktuell in JAMA Network Open publizierte Modellierungsstudie, warum das sinnvoll ist: Zwischen 1991 und 2019 dürften 72–94 % der diagnostizierten papillären Schilddrüsenkarzinome Überdiagnosen gewesen sein. Eine Reduktion von Ultraschalluntersuchungen bei nicht palpablen Knoten um 33 % bzw. 67 % hätte die Krebsinzidenz im Modell um 17 % bzw. 41 % gesenkt — bei einer Veränderung der Gesamtmortalität von unter 0,1 %. Die hausärztliche Quintessenz ist damit klar: Nicht jeder auffällige Befund ist ein Gewinn. Gute Versorgung zeigt sich – wie es auch die neue Leitlinie nahelegt -in der klugen Begrenzung von Diagnostik.


