
Zur optimalen Dauer einer Osteoporose‑Therapie mit Bisphosphonaten gibt es weiterhin keine klaren Daten. Die Wirksamkeit zur Frakturreduktion ist in Zulassungsstudien über drei bis vier Jahre gut belegt, darüber hinaus wird die Evidenz jedoch dünn. Längere Behandlungszeiten (z. B. 10 Jahre Alendronat oder 6–9 Jahre Zoledronsäure) zeigen in randomisierten Studien nur einen Zusatznutzen bei Wirbelkörperfrakturen, nicht aber bei nicht‑vertebralen Frakturen; die Studien sind für Frakturen zudem nicht ausreichend gepowert.
Gleichzeitig steigt mit der Therapiedauer das – absolut seltene – Risiko schwerer unerwünschter Wirkungen wie atypischer Femurfrakturen und Kiefernekrosen. Da Bisphosphonate im Knochen gespeichert werden und ein anhaltender Effekt auch nach Absetzen angenommen werden kann, empfehlen viele Leitlinien bei Patient:innen ohne hohes Frakturrisiko nach etwa 3–5 Jahren Therapie eine Pause („Drug Holiday“) zu erwägen. Kriterien für ein weiterbestehendes hohes Risiko sind insbesondere niedrige Knochendichte (T‑Score ≤ −2,5), vorbestehende Fragilitätsfrakturen, höheres Alter oder zusätzliche Risikofaktoren (z. B. Glukokortikoidtherapie).
Für die Praxis heißt das: Nach einigen Jahren Behandlung sollte die Fortführung der Bisphosphonat‑Therapie individuell neu bewertet werden – unter Einbezug von Knochendichte, Frakturvorgeschichte, Komorbiditäten und Patientenpräferenz – anstatt eine „endlose“ Therapie fortzuschreiben.


