
Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM) hat die S3-Leitlinie zur „Hausärztlichen Risikoberatung zur kardiovaskulären Prävention“ überarbeitet und bietet nun klar definierte Empfehlungen zur Identifikation und Beratung von Risikopatient:innen. Ziel ist es, Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und durch gezielte Prävention die Gesundheit der Patient:innen langfristig zu verbessern.
Wesentliche Inhalte:
- Empfohlene Zielgruppen:
Eine Risikoberatung sollte ab dem 35. Lebensjahr für Patient:innen mit erhöhtem Risikoprofil und psychosozialer Belastung angeboten werden. Ab dem 50. Lebensjahr wird eine Beratung auch unabhängig von bekannten Risikofaktoren empfohlen. - Erneute Beratung:
Weitere Beratungen sind empfohlen, wenn sich Risikofaktoren ändern oder der sozioökonomische Status des Patienten eine erneute Beratung erforderlich macht.
Praxis‑Impuls:
- Überprüfen Sie die Praxisabläufe zur Risikoberatung: Werden Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Cholesterinwerte routinemäßig erfasst und in die Beratung integriert?
- Nutzen Sie das Praxisteam aktiv, um eine kontinuierliche Begleitung und Unterstützung der Patient:innen sicherzustellen.
- Dokumentieren Sie alle Beratungsgespräche und Maßnahmen, um eine effektive Nachverfolgung zu ermöglichen.
Nutzen für Ihre Praxis:
- Verbesserte Prävention:Durch die systematische Risikoberatung erhöhen Sie die Qualität der kardiovaskulären Prävention und stärken Ihre Rolle als Hausärztin/Hausarzt in der Primärversorgung.
- Frühzeitige Intervention:Eine frühzeitige Identifikation und Beratung von Risikopatient:innen hilft, kardiovaskuläre Erkrankungen zu verhindern und Folgeerkrankungen zu vermeiden.
- Verstärkte Patientenbindung:Eine präventive Beratung stärkt das Vertrauen Ihrer Patient:innen und fördert eine langfristige, gesunde Beziehung.
Fazit:
Die aktualisierte DEGAM-Leitlinie bietet praxisnahe, evidenzbasierte Ansätze für die kardiovaskuläre Risikoberatung. Als Hausarzt/Hausärztin können Sie durch frühzeitige Interventionen und gezielte Präventionsmaßnahmen aktiv dazu beitragen, Herz-Kreislauferkrankungen zu verhindern und die Gesundheit Ihrer Patient:innen zu fördern.


